Eine STADT. Ein FILM.

„Kinoerlebnis pur!“, „tolle Idee!“ – so oder ähnlich waren überwiegend die Publikumsreaktionen der knapp 3.000 Besucher im letzten Jahr anlässlich der Premiere von „Eine STADT. Ein FILM“.

Am 21. März 2013 war es wieder soweit!

16 Wiener Kinos zeigten den mehrfach in Östereich und international ausgezeichneten Film ATMEN von Karl Markovics. In Kooperation mit der Stadt Wien initiierte das echo medienhaus dieses Jahr wieder diese Wiener Kinoaktion. Das Ziel der Aktion ist es, dem Publikum den Besuch der Wiener Programmkinos schmackhaft zu machen und dabei einen qualitätsvollen österreichischen Film bei freiem Eintritt anzubieten.

TV-BERICHT zur Aktion 2013!

(> Hinweis für moblle Geräte: Beitrag beginnt bei "19:50".)

Eine STADT. Ein FILM – Die Idee:

Die Wienerinnen und Wiener werden eingeladen, kostenlos einen herausragenden österreichischen Film zu sehen. Des Weiteren haben die Programmkinos die Möglichkeit, neue Publikumsschichten auf sich aufmerksam zu machen. Und zu guter Letzt soll diese Initiative auch den österreichischen Filmschaffenden eine Plattform bieten, ihre Produktionen einer breiten Öffentlichkeit vorzuzustellen.
Das oftmals gerühmte „österreichische Filmwunder“ – entsprechende internationale Erfolge blieben und bleiben nicht aus – soll hier vor den Vorhang gebeten werden und dem heimischen Publikum im wahrsten Sinne „vor Auge geführt werden“.

Eine STADT. Ein FILM – Die Umsetzung:
  1. Eine Jury
    bestehend aus acht ExpertInnen, wählte aus 10 österreichischen Produktionen den Film "ATMEN" von Karl Markovics aus.
     
  2. Aktionstag bzw. Abend: Donnerstag, 21. März 2013
    Die ersten Aufführungen beginnen bereits um 15:00 Uhr. Die letzte Vorstellung ist für 22:00 Uhr angesetzt (siehe Wann & Wo).
     
  3. Aufführungsorte = 16 Wiener Programmkinos
    Actor's Studio Wien, Admiral Kino, Bellaria Kino, Breitenseer Lichtspiele, Burg Kino, Cine Center, Filmcasino, Filmhaus am Spittelberg, Gartenbau Kino, Haydn Kino, Künstlerhaus Kino, Schikaneder Kino, Stadt Kino, Top Kino, Urania Kino, Votiv Kino.
     
  4. Publikumsgespräche
    Mitglieder des Filmteams sowie Schauspielerinnen und Schauspieler des Films stehen in 8 Kinos für ein jeweils im Anschluss der Vorführung durchgeführtes Gespräch zur Verfügung – allen voran Karl Markovics! (siehe Publikumsgepräche)
     
  5. Die Tickets
    Sowohl  Reservierungen als auch Ausgabe der Kinokarten werden von den beteiligten Lichtspielhäusern individuell gestaltet. Reservierungen sind teilweise via Mail bzw. telefonisch möglich. Welches Kino bietet welche Möglichkeiten? Die Schnellübersicht unter Das Ticket. Details dazu befinden sich unter Wann & Wo beim jeweiligen Kino.

Karl Markovics über "das Filmemachen":

Man begibt sich auf eine Reise, aber niemand reist gern allein – schon gar nicht, wenn es eine Reise durch ein ausgedachtes Leben ist. Man sucht sich Menschen, die mit einem gehen und die dieses Leben, das man sich ausgedacht hat, nicht nur teilen, sondern es überhaupt erst mit erschaffen – Menschen, die aus einem zweidimensionalen A4-formatigen Text etwas Lebendiges entstehen lassen. Menschen, die Pläne machen und Kalkulationen und Einreichungen.

Menschen, die Genehmigungen einholen, Drehbücher kopieren, Telefonate führen. Menschen, die von Anfang an „ja“ sagen und das „aber“ in einer großen „Aber“-Kiste verschwinden lassen. Menschen, die alles beschaffen, was gebraucht wird – Gefängnisbetten und Getränkeautomaten. Menschen, die Wände aufstellen und Türen wegnehmen und Container mit 100 m² Alublech auskleiden. Menschen, die Sanduhren besorgen und Coladosen und Münzen und Taschentücher und tausend andere wichtige Kleinigkeiten. Menschen, die Uhrzeiten bestimmen, sich alles merken und jeden Fehler erkennen. Menschen, die es Licht werden lassen und Schatten, egal zu welcher Tageszeit. Menschen, die siebzig Meter Kameraschienen auf einem Bahnsteig verlegen. Menschen, die der Welt ihre Farben und Töne geben, ihre Geräusche und Stimmen. Menschen, die anderen Menschen ihre Gesichter geben und ihre Kleider, Schuhe, ihre Halskette und ihre gelbe Handtasche. Menschen, die hin- und herfahren, andere Menschen holen und bringen, Zigarettengeld vorstrecken, Tabletten auftreiben, Winterreifen wechseln lassen. Menschen, die kochenen und putzen und den Nachmittags-Tschai bringen. Menschen, die Schnee herzaubern und Schnee wegzaubern. Menschen, die sich anderer Menschen Sorgen machen und diese Sorgen wegzaubern. Menschen, die alles sehen und alles sichtbar machen und festhalten für eine spätere Ewigkeit von 100 Minuten plus Abspann. Und Menschen, die diese Welt bevölkern, sich in ihr bewegen und in ihr leben, als wäre es die einzige Welt und das einzige Leben.

Gott war allein am ersten Schöpfungstag und fast die ganze erste Woche. Er hatte niemanden, der es Licht werden ließ, niemanden, der ihm sagte, wie spät es eigentlich jetzt verdammt noch mal sei, niemanden, der ihn darauf hinwies, dass „es noch nicht gut sei“ und dass man zur Sicherheit lieber noch einen Versuch machen sollte, der ihm riet, selbst einmal einen Apfel vom Baum der Erkenntnis zu probieren, bevor er es Adam und Eva verbot. Und dementsprechend sieht die Welt jetzt aus.

Wir können dieses Schlamassel nicht mehr ändern, aber wir können das Beste daraus machen – wir können die Welt kadrieren, beleuchten, neu montieren, gut mischen, lichtbestimmen und mit Musik und Schlussrollern unterlegen. Wir können das, denn wir sind nicht allein. Und am Ende haben wir etwas, so vollkommen bruchstückhaft, wie ein wirkliches Leben einmal ist – mit einem Rufzeichen auf dem besten Take und drei große Fragezeichen:

Woher komme ich?
Wer bin ich?
Wohin gehe ich?

Karl Markovics

(mit freundlicher Genehmigung von Karl Markovics)